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Wir leben Wiener Kaffeehaustradition seit 1879!
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| Anektdoten..... |
Nicht zu Hause und doch nicht an der frischen LuftWie immer dem sei: von den Lipizzanern der Spanischen Reitschule bis zur
Oper, vom Hotel Sacher bis zur Konditorei Demel ist die Wirklichkeit, die
der Legende nachkommt (ja geradezu nacheifert), sind es die
funktionierenden Legenden, die das Charakterbild Wiens entscheidend
mitbestimmen. Die weitaus komplizierteste dieser Legenden ist das Wiener
Kaffeehaus. Ein Journalist macht eine aufschlußreiche, gleichwohl geheimnisvolle
Beobachtung: "Immerzu gehen Leute ins Café Hawelka hinein, und keiner
kommt wieder heraus. Was macht der Hawelka eigentlich mit seinen Gästen?" Was ist ein Kaffeehausliterat? Ein Mensch, der Zeit hat, im Kaffeehaus
darüber nachzudenken, was die anderen draußen nicht erleben. Das berühmte Glas Wasser, das bei längerem Verweilen verdoppelt und
verdreifacht wird, stellt eine Höflichkeit dar, dem Gast zu bezeugen, daß
im Wiener Cafè nicht die Konsumation entscheidend ist, sondern die
Anwesenheit. Den größten Posten im literarischen Budget des kaufenden Publikums
beziffern bei weitem nicht mehr die Bücher, sondern die Zeitungen. Jedes
Kaffeehaus ist eine Leihbibliothek, fast jeder größere Cafètier gibt
bis zwei- bis dreihundert Gulden für seine Zeitungen aus. Welcher Fürst
gibt das für seine Bücher aus? Im Kaffeehaus sitzen Leute, die allein sein wollen, aber dazu
Gesellschaft brauchen. Im Kaffeehaus sitzen Talente so dicht an einem –Tisch, daß sie sich
einander gegenseitig an der Entfaltung hindern. Mancher strebsame junge Mann hierzulande, der für die Bildung seines
Genius etwas tun wollte, hat seine Laufbahn damit begonnen, daß er sich
zunächst das geeignete Cafè aussuchte. Seit 10 Jahren sitzen die zwei jeden Tag stundenlang, ganz allein im
Kaffeehaus. Das ist eine gute Ehe! Nein, das ist ein gutes Kaffeehaus. |
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